Zugegeben, das Leben ist manchmal voller Widerstände. Im Privaten wie im Öffentlichen stürmt es in unseren Ohren, wenn den gutgeglaubten Lippenbekenntnissen unserer Bekannten, Politiker und allen anderen Promis keine Taten folgen. Das kleine Gewissen im Kopf lacht dann wieder: „Na, mal wieder naiv gewesen?“ Wer erinnert sich nicht an Walter Ulbrichts „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“ aus dem Jahr 1961? Nein, heute ist das nicht anders. Es wird diskutiert und geredet, zerredet und gestritten – da bleibt einem manchmal die Puste weg. Bis dann die Stimme krächzt und versagt.
Wir thrillern über Gott und die Welt, über Gut und Schlecht, wir bewerten und entwerten – all das ist spannend, nicht wahr? Aber in einer bis in die letzten verstaubten Ecken politisch durch-medialisierten Welt laufen wir Gefahr, in der täglichen Flut an Buchstaben, Worten und Neuigkeiten regelrecht unterzugehen. Viel gesagt, aber nichts getan. Mensch, was besteht die Welt aus unendlich viel Bla Bla!
Heiße Luft um nichts!
Es ist also höchste Zeit, der ganzen heißen Luft zu wiederstehen und für etwas mehr Entspannung in unserem Leben zu sorgen. Einmal tief Luft holen und laut ausschnauben. Puuh! Das ist gar nicht mal so schwer. Selbst professionelle Sänger, die etwas auf sich halten, schnauben regelmäßig, um ihre Lippen zu entspannen.
Lippentrillern nennt sich diese Art der Entspannung. Ähnlich wie bei schnaubenden Pferden, die ihre Lippen mit der ausgeatmeten Luft in Bewegung setzen, funktioniert auch das Lippentrillern bei Menschen. Dafür wird nur ein tiefer Atemzug benötigt. Und natürlich lockere Lippen. Am Lippentrillern lässt sich die maximale Atmungsdauer ablesen. Sollte es mal schwerfallen, ist es ein Hinweis auf einen verspannten Mund. Davon gibt es in dieser Welt beileibe genug! Verspannte Münder sorgen für stürmische Wortgewitter, also weg damit! Lippentrillern hilft also nicht nur Sängern, sondern auch dem großen Mehr an Sprechern. Im Alltag, Im Beruf, dir und mir.
Stimmig wird das Lippentrillern, wenn wir nicht irgendwas, sondern mit Melodie trillern (nicht pfeifen!). Wie wäre es mit dem Lied „Happy Birthday“. Mal etwas locker und von Grund auf positiv? Lippentrillern lenkt ab vom vielen Gerede, ohne dass was passiert. Oder eben vom Ärger falscher Lippenbekenntnisse. Also: Atmet mal aus und holt tief Luft. Das kann unsere übersprechende Welt gut gebrauchen. Es entspannt.